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Branche · Lebensmittelindustrie

Raumdruckregelung in der Lebensmittelindustrie

In der Lebensmittelverarbeitung sollen Staub, Pollen und unkontrollierte Außenluft draußen bleiben. Das gelingt nur, wenn die Druckregelung einen stabilen Bezug hat.

Gang zwischen Edelstahltanks in einem Lebensmittelbetrieb – Hygienezonen der Lebensmittelproduktion werden im Überdruck gegen Nachbarbereiche gefahren
Symbolbild: Edelstahltanks in der Lebensmittelproduktion · Foto: Luo Jin Hong/Unsplash
Kurz gesagt

Hygienezonen in der Lebensmittelverarbeitung werden gegen Nachbarbereiche und Außenluft im Überdruck gehalten. Die Regelung misst dafür gegen einen Referenzdruck – schwankt er, schwanken alle Zonen.

Außen stört vor allem der Wind: Schon 5 m/s erzeugen rund 15 Pa Staudruck. Der HaNu 2009 gleicht ihn an der Fassade aus und ist gegen Vereisung beheizt.

Warum brauchen Hygienezonen einen stabilen Referenzdruck?

Die Europäische Verordnung über Lebensmittelhygiene (EG Nr. 852/2004) gehört zu den Regelwerken, die das Hygienemanagement bestimmen. Organisatorische und technische Maßnahmen müssen dafür reibungslos zusammenwirken.

Die Raumdruckregelung ist eine dieser Maßnahmen. Sie hält Bereiche mit höheren Hygieneanforderungen im Überdruck, damit keine Luft aus weniger reinen Bereichen oder von außen einströmt. Dafür braucht sie einen Bezug, der selbst ruhig ist.

Welche Störquellen gibt es in Lebensmittelbetrieben?

  • Abluft aus Prozessen und Sanitärbereichen zieht Gebäudeteile in den Unterdruck.
  • Tore und Türen öffnen die Hülle und koppeln Zonen mit unterschiedlichem Druck.
  • Aufzüge und thermischer Auftrieb verschieben den Druck in mehrgeschossigen Gebäuden.
  • Wind wirkt auf jede ungeschützte Außenmessstelle.

Steht ein Gebäude im Unterdruck, strömt Außenluft über Undichtigkeiten nach – mit Staub und Pollen. Wie sich das an einer Produktionshalle zeigt, beschreibt der Praxisbeitrag Vermeidung von Infiltration von Produktionshallen.

Was leistet der HaNu 2009 in der Lebensmittelverarbeitung?

Der Referenznullpunkt liegt außen an der Fassade, wo Abluft, Tore und Aufzüge nicht wirken. Die Bauform gleicht Luv-Druck und Lee-Sog aus, die selbstregelnde Heizung mit 15 W verhindert Vereisung.

Zum Kundenkreis gehört Milupa. Jede Bestandsanlage kann nachgerüstet werden.

Häufige Fragen

Warum reicht ein Referenzpunkt im Gebäude nicht?

Weil er dem Gebäudedruck folgt. Abluft, Tore und Aufzüge verschieben ihn ständig, und alle Druckregelungen reagieren gleichzeitig mit.

Einen Bezug zur Außenluft kann ein Innenraum grundsätzlich nicht herstellen. Soll eine Zone gegen außen im Überdruck stehen, muss der Bezug außen liegen.

Wie schützt der Überdruck vor Staub und Pollen?

Steht die Gebäudehülle leicht im Überdruck gegenüber der Außenluft, strömt Luft nur nach außen ab. Über Undichtigkeiten, Tore und Fenster dringt dann keine Außenluft mit Staub und Pollen ein.

Die Regelung braucht dafür einen verlässlichen Außendruck als Bezug – ohne Wind- und Frosteinfluss.

Ist der HaNu 2009 für raue Umgebungen geeignet?

Das Gerät ist für die Außenfassade gebaut: Edelstahl, Schutzart IP54, Einsatztemperatur −20 … +60 °C. Die Heizung schaltet unter +3,0 °C ein.

Laut Hersteller ist es grundsätzlich wartungsfrei. Die Bohrungen am Edelstahlzylinder (Ø 1,5 mm) werden gelegentlich auf Verschmutzung geprüft, etwa mit einem Dorn von höchstens 1,5 mm.

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