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Branche · Produktion und Industrie

Raumdruckregelung in Produktion und Industrie

Produktionshallen verlieren Energie und Sauberkeit, wenn dynamische Abluft sie in den Unterdruck zieht. Die Lösung ist eine Regelung der Gebäudehülle gegen den Außendruck.

Leere moderne Produktionshalle mit poliertem Betonboden – große Hallen mit Abluftanlagen geraten leicht in Unterdruck und ziehen Außenluft über Tore und Fugen
Symbolbild: Produktionshalle · Foto: Craftsman Concrete Floors/Unsplash
Kurz gesagt

Abluft an Öfen und Maschinen zieht Produktionshallen in den Unterdruck; Außenluft strömt mit Staub und Pollen nach. Abhilfe ist eine Regelung der Hülle auf leichten Überdruck gegen den Außendruck.

Bei Stihl in Wil (Schweiz) wurde eine Halle so auf 5 Pa geregelt; real lagen danach 3 bis 5 Pa an. Energiebilanz und Kontamination verbesserten sich um ca. 30 %.

Warum entsteht in Produktionshallen Infiltration?

Abluftventilatoren führen Abwärme und Emissionen aus Prozessen ab. Arbeiten sie dynamisch, schwankt der Druck in der Halle zwischen Über- und Unterdruck.

Steht die Halle im Unterdruck, strömt Außenluft über Tore, Fenster und Undichtigkeiten nach. Die Folgen sind Zugerscheinungen, Energieverluste im Winter und Staub im Produktionsprozess. Bei starken Druckunterschieden können sogar Rolltore beschädigt werden.

Wie regelt man eine Halle gegen den Außendruck?

  1. Referenznullpunkt außen an der Fassade setzen, bei mehreren Fassaden über eine Ringleitung verbinden.
  2. Den Differenzdruck zwischen Halle und außen mit Messumformern erfassen, etwa im Bereich −50 … +50 Pa.
  3. Daraus ein 0–10-V-Signal an die Gebäudeleittechnik geben; sie steuert Zu- und Abluft.
  4. Einen Sollwert für leichten Überdruck festlegen, etwa 5 Pa.
  5. Tiefpassfilter einstellen, bei Außenreferenz nicht unter 30 s, und eine Ampel mit Voralarm in der GLT anlegen.

Die Regelung lässt sich mit geringem Aufwand aufbauen und ohne Berechnungsmodelle betreiben. Gemessen wird, was am Ende relevant ist: der Druck des Gebäudes nach außen.

Welche Ergebnisse sind in der Praxis erreichbar?

In einer Produktionshalle von Stihl in Wil (Schweiz) verursachten die Abluftventilatoren von vier Härteöfen erheblichen Über- und Unterdruck. Versuche mit Berechnungsmodellen und Frequenzumrichtern brachten kein akzeptables Ergebnis.

Mit HaNu 2009 an der Außenfassade wurde die Halle auf 5 Pa Überdruck geregelt. Laut Trendaufzeichnung lag der Überdruck danach zwischen 3 und 5 Pa.

Kontamination und Energiebilanz verbesserten sich um ca. 30 %; eingesetzt durch Johnson Controls Stuttgart. Details im Praxisbeitrag Vermeidung von Infiltration von Produktionshallen.

Häufige Fragen

Welcher Sollwert ist für eine Produktionshalle sinnvoll?

Im Praxisfall Stihl wurde die Halle auf 5 Pa Überdruck geregelt; real lagen danach 3 bis 5 Pa an. Das genügte, um Zugerscheinungen und Staubeintrag zu beheben.

Der passende Wert hängt von Gebäude und Prozess ab und wird mit Planung und Automation festgelegt.

Warum genügt eine Regelung über Berechnungsmodelle nicht?

Weil sie den tatsächlichen Druck nicht misst. Bei Stihl führten Versuche, die Abluftventilatoren über Berechnungsmodelle mit Frequenzumrichtern zu regeln, zu keinem akzeptablen Ergebnis.

Erst die Messung des Differenzdrucks zwischen Halle und außen gegen einen ruhigen Referenznullpunkt brachte die Halle in den gewünschten Bereich.

Was passiert bei Sturm?

Bei Starkwind kann der statische Außendruck kurzzeitig vom Innendruck abweichen. Diese Spitzen fängt ein Tiefpassfilter in Messumformer oder DDC ab.

Die HaNu Manufaktur empfiehlt nicht unter 30 Sekunden, abgestimmt mit den Lieferanten. Eine Ampelfunktion in der GLT zeigt, wann Zu- und Abluft nachregeln.

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